

Grundlage sind Diskussionen aus Anwender-Communities rund um Enterprise-KI-Plattformen (Langdock Community Insights 28.09. bis 05.10.2026), anonymisiert und ohne Nennung einzelner Unternehmen, ergänzt um Erfahrungen aus unseren Rollouts.
Ein Unternehmen mit einem Corporate Design aus den Neunzigern hat seine KI-Plattform sauber ausgerollt. Die Agenten schreiben Angebote, fassen Projekte zusammen, bereiten Präsentationen vor. Inhaltlich passt das. Optisch nicht: falsche Farben, falsche Schriften, Folien, die keiner aus dem Haus so bauen würde. Am Ende kopiert jemand den Text von Hand in die alte PowerPoint-Vorlage.
Die Frage in der Community lautete: Wie machen wir unsere Vorlagen "agent friendly"?
Die Antwort, die sich durchgesetzt hat, ist überraschend schlicht.
Eine PowerPoint-Vorlage ist für einen Menschen gebaut, der sieht. Er erkennt den Folienmaster, merkt, dass die Überschrift links oben sitzt, und übernimmt das Blau aus dem Logo. Ein Agent sieht davon nichts. Er bekommt eine Datei voller Formatierungsanweisungen, in der die eigentlichen Regeln nirgends ausgesprochen sind.
Das CD-Handbuch hilft auch nicht weiter. Es hat 80 Seiten, die Hälfte davon Bilder, und es beschreibt Regeln für Druckerzeugnisse, die heute keiner mehr druckt.
Was fehlt, ist eine Fassung des Corporate Designs, die nur aus ausgesprochenen Regeln besteht. Kurz, in Text, eindeutig.
Sucht fünf bis zehn Dateien heraus, die euer Design gut treffen: zwei, drei Präsentationen, ein Angebot, ein One-Pager, ein Bericht. Nicht die offizielle Vorlage, sondern Dateien, die tatsächlich verschickt wurden und gut ankamen. Sie zeigen, wie das Design im Alltag gelebt wird, und das ist es, was der Agent nachbauen soll.
Gebt diese Beispiele einem starken Modell und lasst es eine einzige Markdown-Datei schreiben, die das Design beschreibt. In der Community gelten die aktuellen Spitzenmodelle dafür als bemerkenswert gut. Die Datei sollte enthalten:
Wichtig ist der letzte Punkt. Ein Modell leitet aus Beispielen ab, was üblich ist. Was verboten ist, muss jemand aussprechen.
Lasst den Agenten mit der Datei drei echte Aufgaben erledigen: eine Präsentation, ein Angebot, einen kurzen Bericht. Legt die Ergebnisse neben eure Beispiele. Jede Abweichung wird eine neue Zeile im Design-Markdown, nicht eine Korrektur von Hand im Ergebnis. Nach zwei, drei Runden sitzt es.
Hinterlegt die Datei dort, wo alle Agenten sie finden: als Skill oder als Wissensdatei, die jeder Agent mitbekommt, der Dokumente erzeugt. So gibt es genau eine Quelle für euer Design statt einer Kopie pro Agent.
Und benennt eine Person, die die Datei pflegt. Wenn das Marketing nächstes Jahr die Akzentfarbe ändert, ändert sich eine Zeile, nicht zwanzig Agenten.
Für alte Vorlagen gibt es zwei Wege. Entweder ein Skript konvertiert bestehende Folien in das neue Schema, oder der Agent erzeugt sie aus dem Inhalt neu, auf Basis des Design-Markdowns. Der zweite Weg ist meist schneller und liefert sauberere Ergebnisse, weil er die Altlasten der Vorlage gar nicht erst übernimmt.
Solange Agenten Dokumente erzeugen, die nach jemand anderem aussehen, bleibt ein Mensch in der Schleife, der umformatiert. Dann spart der Agent den Inhalt und kostet die Form. Mit einem Design-Markdown wird aus dem Entwurf ein Dokument, das so rausgehen kann. Das ist der Unterschied zwischen einem Assistenten, der zuarbeitet, und einem, der liefert.
Euer Corporate Design ist ein Regelwerk. Es war nur nie für Leser geschrieben, die nicht sehen können.
Wenn ihr eure Agenten so aufsetzen wollt, dass ihre Ergebnisse ohne Nacharbeit rausgehen, sprecht mit uns.



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