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Design für Agenten: Warum wir 2026 aufhören müssen, nur für Menschen zu bauen

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Ich glaube, wir stehen vor dem größten Umbruch im Design und in der Content-Erstellung seit der Erfindung des Hyperlinks. Und die meisten von uns optimieren immer noch für eine Welt, die gerade verschwindet.

Lass mich das erklären.

Die alte Welt: Der Kampf um den menschlichen Augapfel

Jahrelang habe ich nach denselben Regeln gespielt wie alle anderen. Denk an den klassischen Journalismus: Die 5 W-Fragen (Wer, Was, Wann, Wo, Warum) gehören in den ersten Absatz. Warum? Weil wir wissen, dass Menschen ungeduldig sind. Wenn wir sie nicht sofort "hooken", verlieren wir sie. Niemand liest bis Seite 5, wenn der Anfang langweilig ist.

Wir haben unsere gesamte digitale Welt um diese menschliche Schwäche herum gebaut:

  • SEO:  Wir kämpfen um die Top-3-Positionen, weil niemand auf Seite 2 klickt.
  • E-Commerce:  Wir optimieren Produktlisten für das menschliche Auge.
  • UI/UX:  Wir designen intuitive Flows, damit der Nutzer nicht nachdenken muss.

Aber meine These für 2026 ist simpel und radikal: Diese Regeln gelten nicht mehr.

Der Paradigmenwechsel: Agenten lesen alles

Wir treten in eine Ära ein, in der nicht mehr primär Menschen unseren Content konsumieren oder unsere Software bedienen, sondern KI-Agenten. Und hier ist der entscheidende Unterschied, der mir neulich klar wurde:

Einem Agenten ist deine "Hook" egal. Ein Agent wird nicht müde. Ein Agent überfliegt nicht.

Ein KI-Agent liest den entscheidenden Detail-Punkt auf Seite 5 genauso aufmerksam wie die Überschrift. Er lässt sich nicht von visueller Hierarchie leiten, sondern sucht nach reiner Information.

Das verändert alles, was wir über Design zu wissen glaubten.

Von "Visual Hierarchy" zu "Machine Legibility"

Ich sehe diesen Wandel bereits überall:

  1. In der IT-Überwachung:  Früher saßen Engineers vor Grafana-Dashboards und suchten manuell nach Anomalien. Heute analysieren AI-SREs (Site Reliability Engineers) Telemetrie-Daten im Hintergrund und posten fertige Hypothesen direkt in Slack. Das Dashboard wird irrelevant, die Datenstruktur wird alles.
  2. Im Vertrieb:  Statt sich durch Salesforce-Masken zu klicken, lassen wir Agenten Insights extrahieren und zusammenfassen.
  3. Im Kundenservice:  Unternehmen wie Decagon zeigen bereits, dass Kundenanfragen autonom gelöst werden können. Der Mensch ist nur noch "in the loop" für komplexe Security-Vorfälle oder Haftungsfragen.

Das neue Qualitätsmerkmal ist nicht mehr, wie hübsch etwas aussieht, sondern wie gut es von einer Maschine verarbeitet werden kann ( Machine Legibility ).

Die Gefahr: SEO-Spam 2.0

Natürlich sehe ich auch die Risiken. Wenn die Erstellungskosten für Content gegen Null gehen, droht uns eine Flut von "High-Volume, Low-Quality"-Inhalten. Wir werden sehen, wie Leute versuchen, die Aufmerksamkeit von Agenten zu "hacken" – ähnlich wie beim Keyword-Stuffing in den frühen 2000ern.

Statt eines hochrelevanten Artikels werden wir tausende spezifische, aber minderwertige Texte sehen, nur um in den "GEO-Tools" (Generative Engine Optimization) sichtbar zu sein.

Mein Fazit: Fokus auf Insight statt Aufmerksamkeit

Was bedeutet das für uns als Creator und Designer im Jahr 2026?

Wir müssen aufhören, Content zu erstellen, der nur darauf ausgelegt ist, Aufmerksamkeit zu erregen. Stattdessen müssen wir Content erstellen, der Wissen transportiert .

Die Frage ist nicht mehr: "Wie bringe ich den Nutzer dazu, zu klicken?"
Die Frage ist: "Was genau will der Agent wissen, um die Aufgabe für den Nutzer zu erledigen?"

Wir müssen lernen, für den Intermediär zu designen. Wer 2026 noch versucht, nur menschliche Augen zu fangen, wird feststellen, dass er am wichtigsten Publikum vorbeiredet: Den Maschinen, die diesen Menschen die Arbeit abnehmen.

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Maximilian Moehring
CEO & Founder DECAID Group

Maximilian, GenAI Business Innovator und DECAID-Founder & CEO, revolutioniert die Geschäftsmodelle der Kreativbranche im KI-Zeitalter. Mit seinem "Min-Max-Prinzip" und AI-nativen Frameworks unterstützt er Führungskräfte dabei, den kritischen Wandel vom klassischen "Zeit-für-Geld"- zum zukunftsfähigen "Ergebnis-für-Geld"-Modell zu vollziehen. Seine Masterclasses und Transformations-Workshops (NPS >85) haben bereits renommierte Kreativagenturen und Marken auf ihrem Weg zu AI-nativen Organisationen begleitet.

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