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KI versprach uns Geschwindigkeit. Doch in vielen (Marketing-)Teams und Unternehmen ist das Gegenteil eingetreten: Verwirrung, Nacharbeit und ineffiziente Prozesse. Wir analysieren das Phänomen des "AI Slop" und zeigen, wie Top-Performer die Technologie nutzen, um wirklich effizienter zu werden.
Es klingt paradox: Wir haben Zugriff auf die mächtigsten Automatisierungstools der Geschichte, und doch verbringen Teams mehr Zeit denn je mit Korrekturen. Das Versprechen der AI war simpel: Aufgaben, die früher Stunden dauerten, sollten in Sekunden erledigt sein.
Die Realität sieht oft anders aus. Statt echter Beschleunigung erleben wir eine Welle von "AI Slop" – minderwertigem Output, der Prozesse verstopft. Studien zeigen, dass selbst bei kostenpflichtigen AI-Tools die Rate an "Halluzinationen" (faktisch falschen Antworten) fast identisch mit der von kostenlosen Versionen ist.
Das Problem ist nicht die Technologie selbst, sondern wie wir sie nutzen.
Der gefährlichste Aspekt aktueller AI-Modelle ist ihre Eloquenz. Eine Antwort sieht korrekt aus, sie klingt selbstbewusst und professionell. Diese "falsche Zuversicht" ist es, die Kampagnen und Strategien gefährdet.
Viele Teams nutzen AI, um Texte zu schreiben, Daten zu analysieren oder Strategien zu entwerfen – und begehen dabei den fatalen Fehler, den Output nicht rigoros zu validieren. Sie gehen davon aus, dass die AI recht hat, weil sie überzeugend klingt.
Doch sobald man tiefer in die Daten eintaucht, findet man:
Die Folge? Die Zeit, die man beim Erstellen gespart hat, verliert man doppelt und dreifach bei der Fehlersuche und der notwendigen Überarbeitung. Die wahre Ineffizienz entsteht durch diesen Kreislauf aus blindem Vertrauen und späterer Reparatur.
Es gibt derzeit ein weit verbreitetes Narrativ, dass AI Arbeitsplätze ersetzt, weil sie effizienter sei. Oft ist dies jedoch eher eine Geschichte für die Börse als die Realität in den Büros. "Vereinfachung durch AI" klingt für Aktionäre besser als das Eingeständnis, dass man sich in Wachstumsphasen übernommen hat oder Abteilungen nicht profitabel arbeiten.
Intern sieht die Wahrheit oft so aus: AI ersetzt den Menschen nicht, sie fordert ihn neu. Teams, die AI als simplen Ersatz für menschliche Arbeit sehen, produzieren Ineffizienz. Teams, die AI als Werkzeug zur Erweiterung menschlicher Fähigkeiten sehen, gewinnen.
Um den "AI Slop" zu vermeiden und echte Produktivitätsgewinne zu erzielen, muss sich die Arbeitsweise ändern. Top-Performer nutzen AI nicht blind, sondern intelligent. Hier sind die drei Grundpfeiler dieser Strategie:
1. Erste Entwürfe, keine Endergebnisse
Nutze AI niemals, um das finale Produkt zu erstellen. Nutze sie, um den ersten Entwurf zu generieren. Der Output der AI ist das Rohmaterial, nicht das Endprodukt. Die Veredelung, der Kontext und der Feinschliff müssen menschlich bleiben.
2. Rigorose Fakten-Checks (Human-in-the-Loop)
Glaube keiner Statistik, die eine AI dir liefert, ohne sie geprüft zu haben.
3. Ideation statt Exekution
Die größte Stärke der AI liegt im Brainstorming und in der Ideenfindung, nicht in der strategischen Entscheidung. Lass dir von der AI helfen, Perspektiven zu entwickeln oder Blockaden zu lösen, aber überlasse ihr keine strategischen Entscheidungen ohne menschliche Aufsicht.
Der größte ROI (Return on Invest) von AI kommt nicht daher, dass sie deine Arbeit ersetzt, sondern dass sie deine Reichweite und deine Fähigkeiten erweitert.
Wenn du aufhörst, AI zu nutzen, um das Denken auszulagern, und stattdessen anfängst, sie zu nutzen, um dein Urteilsvermögen zu schärfen, passiert etwas Wichtiges: Deine Arbeit wird nicht nur schneller, sondern präziser.
AI ersetzt nicht dein Urteilsvermögen – sie multipliziert es. Sobald Teams diesen Unterschied verstehen, fühlen sie sich nicht mehr von der Technologie bedroht, sondern durch sie ermächtigt.

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