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Das Konzept des "KI-Gedächtnisses" ist ein roter Faden bei DECAID. Wir beleuchten das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln: Mal geht es um die technische Architektur im Hintergrund (wie Vektordatenbanken oder RAG-Systeme), mal um die strategische Einbindung im Unternehmen.
Aber oft liegt die Lösung nicht in komplexer IT-Infrastruktur, sondern im richtigen Tool für den richtigen Zweck.
Heute stellen wir dir ein Werkzeug vor, das genau diese Lücke für Führungskräfte schließt: Google NotebookLM – speziell in Kombination mit den neuen "Gems".
Es ist der schnellste Weg, um ohne IT-Abteilung ein funktionierendes KI-Gedächtnis aufzubauen und deine statischen Dokumentenablagen in einen aktiven strategischen Sparringspartner zu verwandeln.
Als Entscheider wirst du mit Informationen überflutet: Marktanalysen, Wettbewerbsreports, Kundenfeedback, interne Memos und Strategiepapiere.
Wo landen diese Informationen? Meistens in Ordnerstrukturen (SharePoint, Google Drive), wo sie "sterben". Wenn du eine Entscheidung treffen musst, erinnerst du dich vielleicht vage an eine Statistik aus einem Report von vor drei Monaten – aber findest du die Stelle in Sekunden? Erkennst du das Muster, das sich über fünf verschiedene Dokumente erstreckt?
Hier kommt der Paradigmenwechsel, den Tools wie NotebookLM ermöglichen: Vom Suchen zum Synthetisieren.
NotebookLM erlaubt es dir, bis zu 300 Quellen (PDFs, Webseiten, Google Docs, Texte) in ein einziges "Notebook" hochzuladen. Das ist die Basis.
Die eigentliche Magie entsteht jedoch durch die Gems. Ein Gem ist ein individueller KI-Assistent, den du auf dieses spezifische Notebook setzt. Sobald verbunden, wird dieser Gem zum absoluten Experten für genau diese 300 Quellen.
Er halluziniert nicht über Weltwissen, sondern arbeitet präzise mit deinen Daten. Er kennt jedes Detail deiner 50 Wettbewerber-Webseiten oder jeden Satz aus den letzten 20 Kunden-Briefings.
So baust du diesen Usecase in der Praxis nach:
Erstelle in NotebookLM ein neues Notebook. Betrachte dies nicht als starres Archiv, sondern als wachsenden Organismus. Lade alles hoch, was deine Entscheidungsbasis bildet:
Jetzt erstellst du deinen persönlichen Assistenten (Gem). Gib ihm eine klare Identität und Instruktion.
Beispiel-Prompt für die Anleitung:
"Du bist mein strategischer Denkpartner. Du kennst alle bisherigen Entscheidungen, Ideen, Tests und Learnings aus meinem Notebook. Deine Aufgabe ist es, Muster über die Zeit zu erkennen, Veränderungen sichtbar zu machen und mir klare Prioritäten für den nächsten Schritt zu geben."
Statt nach Stichworten zu suchen (Strg+F), führst du nun einen Dialog mit deinem Unternehmenswissen. Da sich das Notebook jedes Mal aktualisiert, wenn du eine neue Quelle hinzufügst, wächst die Intelligenz mit.
Stelle Fragen wie:
Der entscheidende Unterschied zu Tools wie ChatGPT ist die Groundedness (Bodenhaftung). Der Assistent antwortet nicht mit generischem Internet-Wissen ("Wie macht man gutes Marketing?"), sondern mit spezifischem Kontext ("Basierend auf deinen Q3-Reports hat Kampagne B besser funktioniert, weil…").
Das Ergebnis ist ein lebendes Strategiegedächtnis.
Es verhindert, dass wertvolles Wissen in Silos verschwindet. Es ermöglicht dir, neue Mitarbeiter schneller onzuboarden ("Lies nicht alles, frag den Bot"). Aber vor allem erlaubt es dir, Zusammenhänge zu sehen, die du manuell nie entdeckt hättest.

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