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Warum dein Kontext wichtiger ist als dein Prompt

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Erinnerst du dich noch an den Hype um "Prompt Engineering"? Als wir alle dachten, die magische Formel für ChatGPT sei der Schlüssel zum Erfolg?

Lass uns ehrlich sein: Diese Zeiten sind vorbei. In unserer aktuellen Masterclass zum Jahresauftakt haben wir eine klare Prognose für alle KMUs gewagt: Prompt Engineering ist tot.

Warum ist das für dich wichtig? Weil KI-Modelle zur absoluten Commodity geworden sind. Ob du GPT, Claude oder Gemini nutzt – die Dinger sind mittlerweile so schlau, dass sie dich verstehen, selbst wenn du (wie ich es in unserer Masterclass sagte) "morgens um 5 Uhr betrunken aus dem Club kommst und etwas in die App lallst".

Wenn aber jeder deiner Konkurrenten Zugriff auf dieselben leistungsfähigen Super-Hirne hat und die Bedienung kinderleicht ist: Wo liegt dann noch dein Wettbewerbsvorteil?

Worauf KMUs 2026 achten müssen: Dein Kontext ist dein Burggraben

Die wichtigste Lektion für das Jahr 2026 lautet: Der einzige verteidigbare Vorteil, den du noch aufbauen kannst, besteht nicht aus Technologie, sondern aus Kontext .

Es geht nicht mehr darum, wie du fragst. Es geht darum, was die KI über dein Unternehmen, deine Prozesse und deine Kunden weiß , bevor du überhaupt die erste Frage stellst. Dein proprietäres Wissen, deine Daten, deine "Unternehmens-DNA" – das ist das neue Gold.

Doch hier laufen viele KMUs in eine Falle: Datenschulden.

Hängst du noch in der klassischen Digitalisierung fest? Liegen deine Daten in isolierten Silos, auf veralteten Servern oder – schlimmer noch – nur in den Köpfen deiner Mitarbeiter? Wenn du 2026 noch mit solchen Datenschulden kämpfst, wirst du abgehängt. Denn ein KI-Agent kann nur so autonom und präzise arbeiten, wie der Kontext es zulässt, den du ihm fütterst. Ohne deinen spezifischen Kontext bekommst du nur das, was wir "generische Grütze" nennen: Standard-Antworten ohne Tiefgang, die jeder deiner Wettbewerber auch generieren kann.

Vom Dokumentieren zum "Erfassen": Deine To-Do-Liste

Context Engineering bedeutet einen radikalen Shift in der Art, wie du Wissen managst. Es reicht nicht mehr, Handbücher zu schreiben, die niemand liest. Du musst implizites Wissen systematisch erfassen und maschinenlesbar machen.

Hier sind drei konkrete Rituale aus der Masterclass, die du sofort einführen solltest, um deine "Context-Datenbank" zu füllen:

  1. Mach deine Meetings zur Wissensquelle:  Hör auf, händisch Protokolle zu tippen. Transkribiere jedes relevante Meeting. In diesen Gesprächen steckt oft mehr wertvolles, implizites Wissen (Warum haben wir so entschieden? Was war dem Kunden wichtig?) als in jedem offiziellen Dokument. Füttere diese Transkripte in deine Knowledge Base.
  2. Der Exit-Interview-Podcast:  Wenn Mitarbeiter gehen, geht oft wertvolles Wissen mit ihnen. Statt eines formalen Fragebogens, führe ein ausführliches Interview – fast wie einen Podcast. Lass Kollegen Fragen stellen. Transkribiere das Gespräch. So bleibt die Expertise in der Firma, auch wenn der Kopf geht.
  3. Ask-Me-Anything Sessions:  Nutze deine internen Experten für "Lunch & Learn"-Sessions, löchere sie mit Fragen, nimm alles auf und mach es zum Teil deines Unternehmenskontextes.

Das Mindset für 2026: Das gläserne Unternehmen

Wer im KI-Zeitalter gewinnen will, muss den Mut haben, intern zum "gläsernen Unternehmen" zu werden. Datenschutz als Ausrede für Datensilos funktioniert nicht mehr – zumal es mittlerweile exzellente europäische Lösungen gibt, die Sicherheit und KI-Performance vereinen.

Fazit für deine Strategie:

Die Technologie ist da. Die Modelle sind günstig und mächtig. Der Flaschenhals ist nicht mehr die KI – der Flaschenhals ist dein Kontext. Bau deine Datenschulden ab und fang an, Context Engineering zur Chefsache zu machen. Denn am Ende gewinnt nicht der mit dem besten Prompt, sondern der mit dem besten Gedächtnis.

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Timo Springer
Co-Founder DECAID Studio

KI-Experte und DECAID-Co-Founder, macht Menschen und Unternehmen fit für den praktischen KI-Einsatz. Mit 8.500+ LinkedIn-Followern, seinem Newsletter "Artificial Teams" (3.400+ Abonnenten) und über 100 KI-Workshops und -Bootcamps (NPS >80) hat er sich als Vermittler zwischen komplexer KI-Technologie und konkreter Anwendung etabliert. Zu seinen Referenzkunden zählen namhafte Marken wie Mercedes-Benz, Beiersdorf und Warner Bros. sowie renommierte Agenturen wie Jung von Matt und thjnk.

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