Wir sehen es in jedem dritten Projekt: Während die Führungsebene KI als strategische Priorität ausruft, tippt sie selbst noch jede E-Mail von Hand. Das Signal an die Teams? Vernichtend.
Letzte Woche saßen wir wieder in einem Strategiemeeting. Thema: KI-Transformation. Der CEO sprach leidenschaftlich über "AI-first Culture" und "datengetriebene Entscheidungen". Zwei Stunden später beobachteten wir, wie er seinen Assistenten bat, eine einfache Marktrecherche zu übernehmen – eine Aufgabe, die ChatGPT in fünf Minuten erledigt hätte.
Seine Teams hatten das längst durchschaut.
In 73% unserer DECAID-Projekte erleben wir dasselbe Muster: Führungskräfte predigen KI-Revolution, leben aber selbst noch im analogen Zeitalter. Sie fordern von ihren Teams "Mut zum Experimentieren" mit AI-Tools, nutzen aber selbst weiterhin Excel-Tabellen für strategische Analysen, die eine KI in Sekunden erstellen könnte.
Das Ergebnis? Zynismus statt Transformation.
Deine Mitarbeiter sind nicht naiv. Sie beobachten genau. Wenn die Spitze KI als Zukunftstechnologie verkauft, selbst aber jeden Bericht mühsam von Grund auf schreibt, sendet das eine klare Botschaft: "KI ist wichtig – aber nur für euch da unten. Meine Arbeit ist zu komplex, zu wichtig, zu... anders."
Diese Haltung erstickt jede KI-Initiative im Keim.
Aus unserer Projektarbeit wissen wir: Der größte Transformationshebel liegt bei der Führungsebene selbst. Nicht in teuren Systemen oder aufwändigen Schulungen, sondern in der sichtbaren, täglichen KI-Nutzung des Managements.
Eine KI-native Führungskraft macht es anders:
Vor dem Meeting: "Claude, analysiere die letzten drei Quartalsberichte und identifiziere die fünf kritischsten Trends für unser nächstes Strategiegespräch."
Bei der Team-Kommunikation: "ChatGPT, hier ist mein Entwurf für die Mitarbeiter-E-Mail zur Reorganisation. Mach sie empathischer und verständlicher."
In der Strategieentwicklung: "Copilot, spiele den skeptischen Investor und challenge unsere Markteintrittsstrategie für Deutschland."
Der entscheidende Punkt: Die Sichtbarkeit. Wenn eine Führungskraft im Meeting beiläufig erwähnt: "Ich habe mir von der KI drei Optionen für diese Präsentation vorschlagen lassen und die beste ausgewählt", hat das mehr Wirkung als jedes Strategiepapier.
Es demystifiziert KI, gibt die Erlaubnis zum Experimentieren und zeigt: Es geht nicht um Perfektion, sondern um pragmatische Unterstützung.
Hier wird es unbequem: Wenn du als Führungskraft KI noch nicht täglich nutzt, bist du bereits Teil des Problems.
In einem unserer letzten Projekte – ein Mittelständler mit 200 Mitarbeitern – wollte die Geschäftsführung eine "umfassende KI-Strategie" entwickeln. Gleichzeitig brauchte der CEO drei Wochen, um eine Präsentation für den Aufsichtsrat zu erstellen. Eine Aufgabe, die mit KI-Unterstützung in zwei Stunden erledigt gewesen wäre.
Die Folge? Die Mitarbeiter zogen sich zurück. Die IT-Abteilung experimentierte heimlich mit AI-Tools, traute sich aber nicht, diese offiziell zu nutzen. Die Verkaufsabteilung blieb bei bewährten Methoden. Die ganze KI-Initiative versandete.
Der Grund: Das Management hatte durch sein Verhalten signalisiert, dass KI ein Nice-to-have ist, kein Must-have.
Die Frage ist nicht mehr, ob KI genutzt wird, sondern wie tief sie in den Gewohnheiten der Führungsebene verankert ist.
Echte KI-Leader erkennst du daran:
Das Ergebnis: Teams, die KI nicht als Bedrohung sehen, sondern als selbstverständliches Arbeitswerkzeug. Organisationen, die KI wirklich leben, statt nur darüber zu reden.
Ganz ehrlich: Für Gerede über KI-Transformation ist keine Zeit mehr. Während du überlegst, ob KI für deine Arbeit "zu komplex" ist, nutzen deine Wettbewerber längst AI-Assistenten für strategische Analysen, Marktforschung und Entscheidungsfindung.
Die neue Realität: KI-Leadership beginnt mit deinem nächsten Meeting. Mit deiner nächsten E-Mail. Mit deiner nächsten strategischen Entscheidung.
Die Frage ist: Wirst du weiter über KI reden – oder endlich damit anfangen, sie zu leben?
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